Nachhaltigkeit in der Zahnpflege: So erkennst du Mikroplastik in Zahnpasta
Zahnpasta gehört wie kaum ein anderes Produkt zur täglichen Routine. Vielen ist jedoch nicht bewusst, dass sie oft Mikroplastik enthält. Diese winzigen Kunststoffteilchen landen beim Zähneputzen direkt im Abwasser und tragen dazu bei, dass Mikroplastik immer weiter in unsere Umwelt gelangt. Auch in der Kosmetik ist das Problem schon lange bekannt. Auch dort wurden winzige Plastikperlen (sogenannte Microbeads) jahrelang eingesetzt, um einen Peelingeffekt zu erzeugen.
In diesem Beitrag erfährst du, was genau hinter den Kunststoffteilchen steckt und wie du Mikroplastik in Zahnpasta erkennst. Außerdem stellen wir dir nachhaltige Zahncreme-Alternativen vor.
Das steckt hinter Mikroplastik
Unter Mikroplastik versteht man winzige Kunststoffteilchen, die kleiner als fünf Millimeter sind. Sie können kugelförmig, splitterartig oder als feine Fasern auftreten. Darüber hinaus bestehen sie aus unterschiedlichen Kunststoffen wie Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder Polyethylenterephthalat (PET). Charakteristisch für die kleinen Plastikpartikel in Zahn- und Kosmetikprodukten ist, dass sie schwer abbaubar sind und nicht natürlich zersetzt werden.
Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Mikroplastik:
| Primäres Mikroplastik | Sekundäres Mikroplastik |
| Primäres Mikroplastik wird gezielt industriell hergestellt und in Kosmetika sowie Zahnpflegeprodukten eingesetzt. | Sekundäres Mikroplastik entsteht, wenn größere Plastikgegenstände durch Sonnenlicht, Abrieb oder Witterungseinflüsse in immer kleinere Teile zerfallen. |
Darum sind Produkte mit Mikroplastik nicht nachhaltig
Nachhaltigkeit bedeutet, Ressourcen zu schonen und Belastungen für kommende Generationen zu vermeiden. Produkte mit Mikroplastik tun jedoch genau das Gegenteil. Beim Zähneputzen gelangen winzige Kunststoffteilchen direkt ins Abwasser. Kläranlagen können sie kaum vollständig herausfiltern, sodass sie in Flüsse, Seen und Meere weitergetragen werden. Dort werden sie von Fischen und anderen Lebewesen aufgenommen und gelangen so in den natürlichen Kreislauf zurück – bis hin zum Menschen.
Da sich Plastik nur sehr langsam zersetzt, bleibt es so über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte in unserer Umwelt und verschmutzt Böden, Gewässer und Meere dauerhaft. Außerdem werden die Kunststoffteilchen aus Erdöl hergestellt. Die Gewinnung dieses Rohstoffs belastet das Klima zusätzlich.
Warum ist in Zahnpasta Mikroplastik vorhanden?
Seit vielen Jahren wird Mikroplastik gezielt in Zahnpasta eingesetzt. Die winzigen Kunststoffteilchen übernehmen dabei in erster Linie eine mechanische Reinigungsfunktion. Sie wirken wie feine Schleifkörper, die Zahnbeläge abtragen und so das Gefühl besonders glatter und sauberer Zähne hinterlassen.
Gleichzeitig nutzen Hersteller Mikroplastik als praktischen und günstigen Zusatzstoff. Meist handelt es sich dabei um synthetische Polymere. Sie verleihen der Zahnpasta ihre cremige Konsistenz, sorgen für eine längere Haltbarkeit und erleichtern die Verarbeitung.
Mikroplastik in Zahnpasta erkennen: So gehst du am besten vor
In Deutschland und der EU sind bestimmte Formen von Mikroplastik wie sichtbare Microbeads (z. B. Glitzerkügelchen) bereits verboten. Trotzdem finden sich in Zahnpasta immer noch Kunststoffteilchen, da es Übergangsfristen gibt, in denen Hersteller ihre Rezepturen anpassen können. Zudem fallen nicht alle Kunststoffe automatisch unter das Verbot. So können Acrylate, Nylon oder Polyquaternium weiterhin in Zahnpasta enthalten sein.
Das liegt daran, dass sie nicht als sichtbare feste Partikel vorliegen. Hersteller verwenden sie zum Beispiel als Bindemittel, Filmbildner oder Verdickungsmittel. Deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Um Mikroplastik in Zahnpasta zu erkennen, solltest du auf folgende Punkte achten:
Auf Glitzer in der Zahncreme achten
Manche Zahnpasten enthalten kleine Glitzerpartikel oder zeigen einen schimmernden Effekt. Diese winzigen Kunststoffteilchen sind nicht nur reine Dekoration, sondern oft ein klarer Hinweis auf Mikroplastik. Sie sollen die Zahnpasta optisch aufwerten und den Eindruck verstärken, dass sie besonders frisch und intensiv reinigt.
Zahnpasta mit sichtbaren Punkten oder Flecken vermeiden
Auch farbige Punkte oder kleine Flecken in der Zahncreme können auf den Einsatz von Mikroplastik hinweisen. Häufig werden sie als „Frischekügelchen“ oder „Power-Perlen“ beworben. Tatsächlich steckt dahinter jedoch meist nichts weiter als ein optischer Effekt. Die Partikel aus Plastik haben keinen echten Nutzen für die Zahngesundheit. Nach dem Putzen gelangen sie lediglich ins Abwasser und belasten die Umwelt.
Verdächtige Inhaltsstoffe identifizieren
Am zuverlässigsten erkennst du Mikroplastik an der Inhaltsstoffliste auf der Zahnpastaverpackung. Bestimmte Bezeichnungen weisen eindeutig auf Kunststoffe hin, die als Mikroplastik gelten. Dazu gehören unter anderem:
- Polyethylen (PE)
- Polypropylen (PP)
- Polyethylenterephthalat (PET)
- Polymethylmethacrylat (PMMA)
- Polyurethane (PUR)
- Polyacrylate (PA, PAcr)
- Nylon-12
- Nylon-6
- Ethylen-Vinylacetat (EVA)
- Acrylates Copolymer (AC)
- Acrylates Crosspolymer
- Polyquaternium
Da diese Stoffe oft in sehr kleinen Mengen oder unter chemisch klingenden Sammelbegriffen auftauchen, sind sie für Verbraucher nicht immer leicht zu erkennen. Es gibt jedoch Apps wie CodeCheck oder ToxFox, die dir anzeigen, ob bedenkliche Inhaltsstoffe und Mikroplastik in Kosmetik oder Zahncremes enthalten sind.
Das sind die besten nachhaltigen Alternativprodukte
Nachhaltige Zahnpflege bedeutet, die Zähne gründlich zu reinigen und gleichzeitig auf Mikroplastik in Zahnpasta zu verzichten. Statt Kunststoffpartikeln setzen moderne Produkte auf natürliche Schleifkörper wie Kreide oder Kieselsäure. Sie reinigen genauso effektiv, sind biologisch abbaubar und schonen Zähne, Zahnfleisch und Umwelt. Zahnpasten mit Siegeln wie NATRUE oder BDIH sind grundsätzlich frei von Mikroplastik. Also triffst du mit zertifizierter Naturkosmetik immer eine sichere Wahl.
Wer also auf Zahnpasta mit Mikroplastik verzichten möchte, hat heute verschiedene nachhaltigere Möglichkeiten:
- Mikroplastikfreie Zahnpasta in recycelbaren Tuben
- Zahnputztabletten im Papierbeutel
- Zahnpulver auf Basis natürlicher Inhaltsstoffe
- Zahnpasta im Glas als Zero-Waste-Option
Viele dieser Trends sind auch in der Kosmetik zu beobachten. Immer mehr Kosmetikprodukte wie Shampoos, Cremes oder Deos werden inzwischen ebenfalls ohne Mikroplastik hergestellt und in plastikfreien Verpackungen angeboten.
Mikroplastikfreie Zahnpasta: Gibt es Unterschiede in der Anwendung?
Nachhaltige, plastikfreie Alternativen reinigen die Zähne genauso zuverlässig wie herkömmliche Zahnpasta. In der Anwendung gibt es jedoch kleine Unterschiede, an die man sich schnell gewöhnt. Viele Varianten schäumen deutlich weniger oder gar nicht. Das mag sich anfangs ungewohnt anfühlen, hat aber keinen Einfluss auf die Reinigungswirkung.
Bei besonderen Alternativen wie Zahnputztabletten oder Zahnpulver gibt es zudem kleine Unterschiede in der Handhabung. Tabletten werden zunächst ohne Wasser zerkaut und verwandeln sich durch den Speichel in eine cremige Paste. Mit dieser kannst du ganz normal deine Zähne putzen. Beim Pulver tauchst du die trockene Zahnbürste in das Produkt ein und beginnst direkt mit dem Putzen. Auch hier sorgt der Speichel dafür, dass eine reinigende Wirkung entsteht.

